So, nach dem letzten nachdenklichen Beitrag hier ein kurzer Bericht darüber, was sich in den letzten Tagen so getan hat.
Am Wochenende waren wir auf einem Reitausflug auf einer Hütte in den Bergen (Fotos davon sollten schon online sein). Auf der Hütte gab es keinen Strom und nur kaltes Wasser aber mit Musik und vielen Kerzen wurde es ein sehr lustiger Abend. Wir haben gegrillt, Karten gespielt und den unvermeidbaren Cumbia getanzt.
Am Dienstag waren wir an der Grenze zu Panama, um ein paar Dinge einzukaufen. Im Vergleich zu unserem ruhigen Dörfchen hier am Land ist es dort ganz anders zugegangen. Die Autos fahren alle irgendwie, den Fahrern scheint die Hand an der Hupe fest gewachsen zu sein und wir drei blonden Mädels waren dort eindeutig eine Attraktion. Da die Stadt außerdem recht dreckig und laut war und an diesem Tag die Sonne vom Himmel gebrannt hat, sind wir recht bald nach unseren Einkäufen wieder in die Station aufgebrochen.
Abends spielen wir immer Karten, hier ist es ganz normal, das einen da nicht nur Gelsen besuchen kommen sondern auch mal ein riesiger Nachtfalter (größer als meine Hand) oder eine Schlange (die Einheimischen waren sich sicher, dass es eine ungiftige war).
Heute früh hat uns ein Mitarbeiter gleich mal als Morgengruß eine riesige Lanzenotter gezeigt, die er mit einer Schlinge gefangen hat. Diese Schlangen sind sehr giftig und sind die häufigsten Giftschlangen hier in Costa Rica. Wir sind immer noch sehr vorsichtig, wenn wir in den Wald gehen oder abends unterwegs sind haben wir immer Gummistiefel an und haben Taschenlampen dabei, damit wir sehen, wo wir hinsteigen.
Ja und wenn wir nicht gerade in der Hängematte liegen und lesen weil über uns mal wieder ein Tropengewitter tobt oder Karten spielen, dann buddeln wir im Dreck herum. (Das nennt man hier auch Arbeit
)
Für alle, die glauben, dass Transpiration irgendwelche heilenden Kräfte hat – hier wird man sicherlich gesund!!!
Hauptsächlich tun wir eigentlich Bäume pflanzen – kleine aus dem Wald holen, dann in kleine schwarze Sackerln einsetzen, umsetzen, ausgraben, Wurzeln schneiden – und schließlich dann irgendwo auf einer Finca, die ein Bauer uns zur Verfügung stellt, einsetzten.
Das geht hier alles nicht so schnell, im Moment gibt es kein einziges Auto, dass für uns die kleinen Bäume transportieren kann, Bananenstauden für den Kompost werden nicht mit einem Häcksler kleingehackt sondern mit der Machete und wenn der Boden von Moos befreit werden soll, dann gibt’s dafür keinen Kärcher sondern einen Wasserschlauch aus dem das Wasser müde heraustropft. Dadurch sind Arbeiten, die zu Hause eine halbe Stunde dauern würden hier eine Tagesbeschäftigung und es gibt immer genug zu tun. Nach so einem anstrengenden Tag freuen wir uns immer auf das gute Abendessen mit Buffet bei Kerzenschein an dem sich dann alle wieder sehen.
Wir werden noch bis 29. Juli hier arbeiten, dann werden ich, Petra und Nani uns ein paar Dinge hier in der Umgebung anschauen. Wir wollen einen ganz besonderen Nationalpark an der Pazifikküste besuchen, wo man angeblich ganz leicht Aras und Affen beobachten kann und ein paar Tage am Strand entspannen – schließlich sind wir hier auch im Urlaub.